16. März 2020. Statt in der Berufsschule saßen Zita und Kim bei uns im Büro. Zwei Azubis, die wegen der Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus nicht mehr in die Schule, aber dafür in die Straßenbahn und in die Agentur sollten?

Das sorgte für Störgefühle. Schon seit dem 27. Februar begleitete uns die Coronakrise. In unseren Besprechungen redeten wir regelmäßig über Hygiene und unsere Empfindungen, schon um durch diese Gespräche Informationen bereit zu stellen und möglichst Sicherheit zu gewinnen. Für unsere Kunden entwickelten wir entsprechende Postings oder passten Konzepte an die Lage an.

Eine Umfrage in der Berufsschulklasse ergab: Die Hälfte der Agenturen würde weitermachen wie bisher. Auch für uns klang eine Umstellung „Home Office“ nicht gut machbar. Zwei Azubis, eine Praktikantin, Warenlieferungen, Kundentermine – die Rahmenbedingungen waren scheinbar dagegen.

Dann wurde uns bewusst, was wir alles riskieren: Mit Asthma in die Straßenbahn? Nach der Arbeit noch zu den betagten Eltern? Aktuell keine gute Idee. Und wer möchte sich später einmal Vorwürfe machen, dass man nicht alles Mögliche getan, und so eine Infektion mit verursacht hat?
Also Plan B: Heimarbeit, und zwar schnellstmöglich! Erstaunlich flott stand die Technik, waren alle informiert und bereit für das Abenteuer. Wer keine passende Ausstattung zu Hause hatte, bekam sie gestellt.

Heimarbeit: Dass wir die Kollegen nun per Bildschirm sehen, fühlt sich noch etwas eigenartig an. Aber die schnelle Entscheidung sorgt täglich für neue Erfahrungen und eine steile Lernkurve bei allen. Davon wollen wir hier berichten. Mögen es Nutzen stiften!

Und wagen wir mal die Prognose: Jetzt beginnt die Digitalisierung erst so richtig. Und wir können dazu beitragen, dass wir als Menschen und als Teams nicht auf der Strecke bleiben.



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